Die Prozess-orientierte Psychologie wurde ursprünglich von Dr. Arnold Mindell entwickelt, der in den 70er-Jahren in Zürich am C.G. Jung-Institut unterrichtete und über den Zusammenhang zwischen Körpersymptomen und Träumen forschte. Sein erstes Buch "Dreambody" erschien 1982 und bildet die Grundlage der Prozessarbeit, die in den vergangenen 25 Jahren von Drs. Amy und Arnold Mindell und KollegInnen weiterentwickelt wurde. Eine ausführlichere Beschreibung der Methode finden Sie auf der Homepage des Institutes für Prozess-orientierte Psychologie.
Für meine Arbeit von besonderer Bedeutung ist die Anwendung der Prozessarbeit in der Organisationsentwicklung und der Konfliktarbeit mit Gruppen und Systemen. Anfang der 90er-Jahre haben Drs. Amy und Arnold Mindell und ihre KollegInnen sich vermehrt der Arbeit mit Gruppen und Grossgruppen zugewandt und dabei die Prinzipien der Prozess-orientierten Psychologie in einen neuen Rahmen gestellt. Das Paradigma, das aus dieser Anwendung entstanden ist, wird in der Prozessarbeit als "Worldwork" bezeichnet. Dazu ein paar erklärende Zeilen.
Im Worldwork-Paradigma wird versucht, Konflikte nicht nur auf der rationalen Ebene zu lösen, im Bewusstsein dafür, dass die tiefere Struktur des Konfliktfeldes auf einer emotionalen, irrationalen und traumhaften Ebene angesiedelt ist und Veränderung v.a. auf dieser Ebene geschieht. Diese tiefere Ebene (Emergenz-Ebene) manifestiert sich durch Rollen, die das Konfliktfeld strukturieren. Dabei gibt es Rollen, die von anwesenden Personen vertreten und vorgetragen werden und solche, die von niemandem repräsentiert werden, aber dennoch das Feld bestimmen (Geistrollen). Diese unbesetzten Rollen müssen, genauso wie die besetzten, eingebracht, entfaltet und in Interaktion gebracht werden. Ziel jedes Gruppenprozesses ist es, den Signalen der Gruppe und der Dynamik der Rollen und Geistrollen zu folgen. Das führt oft zu überraschenden Resultaten und innovativen Entwicklungen, welche von einem vertieften Verständis für die Diversität der beteiligten Menschen getragen werden.
Das Worldwork-Paradigma hat sich bewährt in der Arbeit mit verschiedenen Organisationen (multinationale Konzerne, KMUs, NGOs aber auch Verwaltungen und Gefängnisse) sowie in verschiedensten Konfliktfeldern (Ehemalige Kriegsgebiete, Konflikte im öffentlichen Raum, Gemeinschaftskonflikte, Täter-Opfer-Mediation). Zu einem vertieften Verständnis des Worldwork-Paradigmas steht ihnen ein .pdf Dokument auf dieser Seite zur Verfügung, dass von Dr. Max Schupbach verfasst wurde. Mit ihm zusammen habe ich auf dem Stadelhoferplatz in Zürich eine Worldwork-Intervention in der Form eines offenen Forums durchgeführt. Diese Intervention wird als eine der drei Fallstudien in vorliegendem .pdf Dokument reflektiert.
Ziel meiner Arbeit ist es immer, Entwicklung und Wachstum zu ermöglichen und zu erleichtern (to facilitate change). In meiner praktischen Arbeit stütze ich mich hauptsächlich auf das Worldwork-Paradigma und die Prozessarbeit, es kommen aber auch andere Methoden, beispielsweise aus dem Psychodrama oder der Kommunikationspsychologie zum Einsatz.